Elektroloks

 

Die gesuperte Re 4/4 II von Märklin
Die Re 6/6 in Vorbild und Modell

Die „kleine Sécheron“, die Ae 3/5 ist eine typische SBB-Lokomotive aus den 1920er Jahren. Die damals modernen Westinghouse-Federtopfantriebe der Treibachsen sind auch an den Rädern des Modells von Freudenreich-Feinwerktechnik gut wahrnehmbar. Die kurze bullige Lok galt beim Vorbild nicht als guter Kurvenläufer. Das Modell macht zwar jeden normalen Radius gut mit, aber der kurze feste Achsstand ist auch hier spürbar. Ansonsten sind die Laufeigenschaften lautlos-perfekt mit dynamischem Auslauf dank Glockenanker mit grosser Schwungmasse.

Die Ae 4/6 markiert bei den SBB das Ende der Lokomotiven mit Laufachsen. Von der beim Personal nicht sonderlich beliebten Baureihe existiert keine reale Lokomotive mehr. Umso mehr erfreuen wir uns an der 10805, die als Modell von SMZ quasi „wiederbelebt“ wurde. Unter dem Gehäuse steckt solide Technik der Baureihe E18 von Märklin. Im Bereich Fahrwerk sind deswegen einige Kompromisse erkennbar. Dennoch eine Bereicherung – zumal mit dem stilechten EW II-Schnellzug am Haken.

Stärker geht nicht – zumindest beim Vorbild. Die SBB Ae 8/14 11852 war stärker, als der Zughaken verträgt. Wahrscheinlich nicht zuletzt deswegen hat sich das dritte riesige Ungetüm wie seine beiden Vorgänger nie durchgesetzt und blieb eine Versuchslokomotive. Aber zu Landesaustellung 1939 war sie natürlich ein Hingucker, der die Schweizer Lokomotivbaukunst eindrucksvoll untermauerte. Das SMZ-Modell basiert wieder auf der E18- Fahrwerkstechnik und auch hier sind wieder einige Kompromisse zu machen. Die Lok gehört nicht zu meinem Bestand, aber über einen Besuch freue ich mich immer 🙂

Wieder ein Beitrag zum Thema Doppellok – diesmal von der Bern-Lötschberg-Simplon Bahn BLS. Beziehungsweise im Modell von Z-Otti. Grundsätzlich ist das Modell ein Bausatz aus Ätz- und 3D-Druckteilen, welches über verschiedene engagierte Z-Freunde auch in minimalen Stückzahlen als Fertigmodell erhältlich war/ist. Die schwere Dachpartie aus Messing sorgt mit der soliden Märklin-Basis für hervorragende Zugkraft. Im Fahrwerksbereich müssen aufgrund der Basis einige Kompromisse gemacht werden. Aber mir war es dennoch eine grosse Freude, die Gastlok auf der Julierstrecke begrüssen zu dürfen.

Die Be 4/4 12001 hat es faustdick unter der Haube. Beim Vorbild und auch im Modell. Der grossen Lok sieht man die fortschrittliche Technik definitiv nicht an. Diese steckt in der leicht angepassten Hülle eines ehemaligen Gepäcktriebwagens. Es ist die erste Umrichterlok mit Drehstromantrieb, die zu Versuchszwecken gebaut wurde und trotz begrenzter Leistung erfolgreiche Testfahrten absolvierte. Das Vorbild ist leider nicht erhalten. Auch das Modell von Freudenreich Feinwerktechnik hat unter der Haube einiges zu bieten: Das schwere Messingchassis beherbergt einen grossen Glockenankermotor mit Schwungmasse, der ausgezeichnete Fahreigenschaften garantiert. Somit ist auch diese Lok ein gern gesehener Gast auf der Julierbahn.

Nachdem die Re 4/4 II von Märklin ab 2012 in verschiedenen Varianten mit eckigen Scheinwerfern auf den Markt kam, wurde irgendwann auch der Wunsch nach der Ausführung mit runden Lampen erhört. 2024 war es soweit und eine grüne Lok aus der Epoche IV rollte fortan über die Z-Gleise.


Wenn Märklin von einer „kompletten Neuentwicklung“ spricht, war das in der Vergangenheit oft nur die halbe Wahrheit. Beim Vectron der Baureihe 193 trifft diese Aussage aber definitiv zu. In vielerlei Hinsicht wurde hier kein Stein auf dem anderen gelassen. Das Resultat ist ein stimmiges, gut detailliertes Modell mit aussergewöhnlichen Laufeigenschaften. Eindrücke von den ersten Testfahrten der 88232 findet ihr in diesem Youtube-Video. Die Loks bewähren sich – mit einer Haftreifenachse ausgestattet – auch auf der Julierbahn. Zu sehen auch auf Youtube.

Die BLS-Variante der Vectron gleicht der SBB Lok auf den ersten Blick wie ein Zwilling, die Farbgebung mal ausgenommen. Leider hat sich unter der Hülle technisch etwas verändert, was der Lok fahrdynamisch nicht gut tut. Sowohl Tempo, als auch Auslaufverhalten sind deutlich reduziert, was eine genauere Betrachtung hier notwendig macht.

Die Re 6/6 von Märklin wurde im Januar 2022 als Neuheit vorgestellt. Die Auslieferung der 88240 verschob sich einige Male bis in den April 2024. Aufgrund einiger technischer Neuerungen mit entsprechendem Konstruktionsaufwand ist die erzögerung durchaus nachvollziehbar – und sie hat sich schon auf den ersten Blick gelohnt! Grund genug, den alten Re 6/6 – Bericht über Vorbild und SZL-Modell auszugraben und zu ergänzen!

Modernisiert wurde die E10.12 Bügelfalte zuletzt 2025 als 88415. GAM und LED-Beleuchtung verhelfen der betagten Basis zu guten Fahreigenschaften und ebensolcher Sichtbarkeit der Spitzenlichter. Wie immer, könnten die Pantografen feiner und in diesem Falle auch rot sein – etwas Liebe wird mein Modell noch bekommen…

2 Kommentare zu „Elektroloks

  1. … ich bin ganz betrübt, dass die neuen E-Loks von Märklin (weder Spur H0 noch – ganz besonders schlim – Spur Z) keine elektrisch funktionstüchtigen Pantographen mehr für die Oberleitung haben. Ich fahre seit Jahren analog und digital mit grossem Erfolg und Zuverlässigkeit auf Oberleitung. Liebe Grüsse ein Spur Z Fan; Sandro. smol.schneider@bluewin.ch

    1. Hallo Sandro
      Das hatte glaube ich mal mit einer Auflage der BLS Re 465 angefangen. Ich denke, Märklin lässt das bleiben, weil offenbar nur eine Minderheit die Fahrleitung nutzt. Sparpontential ist da eigentlich kaum vorhanden. Aber immer hin, wer will, der kann es mit vertretbarem Aufwand selber nachrüsten. Die Pantos selbst sind ja nicht das Problem.

      Grüsse, Jens

Kommentar verfassen