Dampfloks


Märklins erste Lok mit beweglicher Detailsteuerung die Baureihe 001 macht ab Werk schon viel her und läutet 2012 eine neue Ära ein. Lediglich grössenrichtige Puffer, eine leichte Patinierung der roten Partien und ein enger gekuppelter Tender waren bei diesem Schmuckstück nötig. Die gelben Deckel der Elektroverteiler sind kein Muss, machen sich aber wie die weiss hinterlegten Laternen gut im detaillierten Gesamtbild bemerkbar.


Die 003 musste sich der selben Prozedur wie die 41er unterziehen. Bei den grossen Treibrädern fällt der satte rote Farbton der Räder sofort auf. Westmodel-Zurüstteile aus älterer Produktion komplettieren den Fahrwerksbereich.

Die 05 003 war ein Experiment. Im Vorbild wie im Modell. Eine Dampflok mit „umgedrehtem“ Kessel und Führerstand vorne. Befeuert mit Steinkohlestaub bewährte sie sich nicht und wurde später zu einer herkömmlichen Lok umgebaut. Das Z-Modell ist auch ein einmaliger Versuch. „Fine-Art“ hiess die angedachte Serie aus Handarbeitsmodellen, aus der keine wurde. Ob es am Preis von knapp 1000 Euro und den doch zahlreichen Mängeln lag? Man musste die Lok aus der Epoche II schon wirklich wollen und Insider sein. Beides war bei mir nicht gegeben, trotzdem habe ich die Gastlok gern fotografiert – etwas besonderes ist sie halt doch.


Michael Bahls‘ Meisterwerk – die elegante Baureihe 10 als gesupertes Märklinmodell. Grössenrichtige Puffer, Detailsteuerung, Bremsnachbildung, geätzte Lokschilder, Luftkessel, verglaster Führerstand sind noch lange nicht alles. Die Fahreigenschaften? Dank Faulhabermotor und Schwungmasse in der Lok sensationell!


Die ehemalige S 3/6, bei der Bundesbahn als BR 18 eingereiht ist fraglos eine der elegantesten Dampfloks. Am Modell wurden eine Vielzahl an Details verändert. Als da wären: Zugerüstete Pufferbohle, Schienenräumer, Trittbleche an der Steuerung, neue Laternen. Farbliche Verbesserungen komplettieren den Umbau. Eines lässt sich allerdings nicht kompensieren: Das Modell ist aufgrund des 03-Fahrwerks deutlich zu lang geraten.


Die Lampenbügel aus Messingdraht an der 24er sind zwar kein auffälliges Detail, tragen aber zum besseren Gesamteindruck bei. Die Räder wurden rot lackiert, genauso Teile der Steuerung und die Pufferbohle inkl. Pufferhülsen. Schienenräumer und Trittstufen sorgen zusammen mit den Heckl-Teilen für eine komplette Front. Der Tender wurde kurz-gekuppelt. DB-Keks und Loknummer an der Seite sind geätzte Teile von Bahls.


Meine erste 38er wird in einem eigenen Special separat vorgestellt. Zusätzliche Leitungen und der farblich verbesserte Wannentender sind die Highlights.


Die 38 mit dem klassischen Preussentender ist für mich die schönste. Dieser Tender kaschiert auch den dicken Motor im Führerhaus irgendwie am besten. Mit leichter Verschmutzung am Tenderfahrwerk kommen die Drehgestelle gross raus. An der Lok selbst ist noch einiges zu tun.


Aus dem Sylt-Set stammt die 38 2324 mit dem kleinen Witte-Windleitblechen. Auch wenn die Anordnung der Dome so nicht mehr ganz dem Vorbild entspricht, durchaus eine interessante Variante. Mit 5-Polmotor und brünierten Rädern hat dieses Modell den Sprung in einen neueren Z-Standard bereits geschafft. …was nichts daran ändert, dass noch einiges dran zu tun ist…


Die 41er wurde einer umfassenden Farbbehandlung unterzogen. Die Räder bekamen einen ‚Hintergrund‘ aus schwarzer Farbe, um die glänzenden Radscheiben zu kaschieren. Danach wurden die Räder in RAL-3000 matt lackiert, genauso die Pufferhülsen, Vor- und Nachlaufgestelle und der Lokrahmen. Die Treib- und Kuppelstangen sind von Bahls, aber noch ohne verfeinerte Steuerung. Auch das Tenderfahrwerk ist lackiert.


Die 42.90, die Franco Crosti ist ein echter Exot, basierend auf der Baureihe 50. Dementsprechend finden sich die 50er Teile auch am Z-Modell. Die Lok ist noch komplett unbehandelt, wirkt dank brünierten Rädern und matten Kunststoffen aber schon sehr ansprechend.


Die 050 ist ein Epoche IV Modell. Charakteristisch der Kabinentender. Ausser der hinteren Rahmennachbildung inkl. Indusi – einem Gussteil von Krüger, wurde hier noch nicht viel verändert. Die Lok fährt digital und bildet bei Bedarf mit der 052 eine starke Doppeltraktion.


Die 50 622 ist eine Museumsedition. Auffallend dass das Vorbild eine geschlossene Frontschürze hat, das Modell hingegen nicht. Einzig die Beschriftung stimmt überein. Das Tenderfahrwerk hat einen dunkeleren Rotton, was ziemlich auffällt. Hier ist also noch für Beschäftigung gesorgt.


Diese 50er Variante mit Scheibenrädern an der Vorlaufachse war 2006 sehr günstig zu bekommen. Mit brünierten Rädern sieht die Lok schon ganz anständig aus. Die Indusi von Krüger komplettiert den Bereich unter dem Führerhaus.


Ein echtes Kraftpaket ist die 052. Mit 4 Haftreifen von Bahls zieht sie einfach alles weg. Ein DHL100 Decoder versorgt den Fünfpoler mit der nötigen Power. Eine durchdetaillierte Front ist das Highlight, die Modellkupplung musste dafür weichen.

Die MHI Kondenslok 52 1911 ist unter der Nummer Märklin 88835 auch viele Jahre nach Produktion immer noch zu finden. Die Lok mit Dreipoler, glänzendem Gestänge und ebensolchen Rädern strahlt frisch aus der Schachtel den Standard der 1990er Jahre aus. Mit etwas Hingabe bringt man sie aber durchaus fast auf den aktuellen Stand: Grössere und längere Puffer, Griffstangen auf der Pufferbohle, rote Farbe an Vorlaufgestell, Pufferhülsen, Rädern und Steuerungsträger. Verdünnte schwarze Farbe tut den Rädern der Kuppelachse als Hintergrund gut und nimmt auch dem Gestänge den Glanz. Die Bremsimitation der aktuellen Modelle steht dem Fahrwerk ausserordentlich gut! Eine weitere Kondens-52er wurde als Auftrag leicht verbessert, mit GAM ausgerüstet und mit Sounddecoder digitalisiert. Zu sehen in diesem YouTube-Video.


Die 55 von Märklin fällt ab Werk sehr hochbeinig aus. Mit einer Tieferlegung des Kessels um 1.5 mm und einer komplett verfeinerten und zugerüsteten Front sieht das Z-Modell dem Vorbild schon viel ähnlicher. Mit dem Kastentender von Krüger wären noch andere Loknummern nötig.


Recht überzeugend in technischer und optischer Ausführung ist die 58. Zwar ist der Bereich vor der ersten Kuppelachse etwas gestreckt, aber das kompakte Vorbild kommt doch gut rüber. Mit dunklen Rädern sieht die Lok schon ohne weitere Behandlung ganz gut aus.


Die 064 war lange Zeit eines meiner Wunschmodelle und wurde 2007 wurde aus einer 86 geschnitzt, mehr dazu im entsprechenden Special.

Die 64 von Märklin machte die Schnitzereien aus einer 86er unnötig und das auf beeindruckende Art und Weise. Das Modell ist stimmig und fährt gut. Hier und da etwas Farbe kann nicht schaden und eine Getriebabdeckung aus Metall samt Bremsnachbildung aus dem Hause Hertlein bringt noch etwas Gewicht. Schon die Lok mit dem Fünfpoler läuft gut, die späteren Versionen mit GAM machen das natürlich noch besser!


Die 74 ist ein echter Klassiker im Programm. Die Proportionen des Vorbilds werden nur annähernd getroffen. Trotzdem macht sich das eingefärbte Fahrwerk zusammen mit dem verschlossenen Luftkessel und der detailierten Pufferbohle gut. Mit einer fest angekuppelten, stromaufnehmenden Donnerbüchse ist hier auch die sichere Energieversorgung gewährleistet.


Bei der 78er verstecken sich die Änderungen im Inneren. Die Lok bekam als erste Dampflok einen Digitaldecoder eingesetzt. Das Z-Modell hat viele Eigenschaften, die bei den anderen Dampfloks lange vergeblich gesucht wurden: LED-Beleuchtung, flexibles Fahrwerk, detailierte Pufferbohle, Aufbauten und Fahrwerksteile. Dieser Standard wurde erst bei Modellen ab ca. 2012 teilweise wieder erreicht.


Die „üblichen Verdächtigen“ haben mit ihren Zurüstteilen beim Umbau der 89 in eine 80er beigetragen. Von Michael Bahls stammt die gesamte Steuerung, Dieter Heckl hat den Kupplungshaken beigesteuert, die neuen Laternen sind Westmodel-Produkte. Die Wasserkästen und die neue Beschriftung sind selbstgestrickt. Es fehlt noch ein DB-Schild, welches auch z.B. bei Bahls erhältlich ist.

Wie schon bei der 64 hat Märklin irgendwelchen Basteleien ein Ende gesetzt und nach langen Versuchen mit verlorener Form – was sich nicht auf das Abhandenkommen dieser bezieht, sondern ein spezielles Gussverfahren – eine prächtige 80er auf die Achsen gestellt. Diese hat mit der alten 89er nichts mehr gemein. Sie hat einen Glockenankermotor mit Schwungmasse und hervorragende Fahreigenschaften. Die Aufbauten sind stimmig und sehr detailliert. Hinter dem Wägehäuschen müsste sie sich also nicht verstecken…


Viel rote Farbe beim Fahrwerk der 86 ergibt eine optische Aufwertung des Modells. Westmodel-Laternen sorgen für eine deutlich feinere Frontpartie. In den Wasserkästen wurde Blei montiert um die Zugkraft zu verbessern. Das Lokpersonal freut sich über die selbst geschnitzten Führerstandsfenster und fährt digital.

Im Jahr 2014 stellte Märklin mit dem Set 81379 erstmals eine überarbeitete 86er vor. Die Detailsteuerung, Bremsnachbildungen, Schienenräumer und dunkle Räder mit richtigem Gegengewicht der Treibachse machen schon einiges her. Etwas rote Farbe an den richtigen Stellen darf dennoch sein. Mittlerweile wurde noch ein Glockenankermotor E319651 von Märklin nachgerüstet. Die Halterung für dem GAM ist ein Probemodell von Björn Plutka Z-Doktor. Das Fahrverhalten ändert sich damit komplett zum Besseren.


Ein dicker Brocken ist die 85 005. Dank der Ausführung mit brünierten Rädern und der ansprechenden Kesseldetaillierung wirkt sie auch ohne jegliche Superung schon stimmig. Einzige Änderung ist bislang der Digitaldecoder im Kessel, der bei genauem Hinschauen sogar sichtbar ist 😉


DIE klassische Z-Lok ist die 89. Wohl jeder Zettie hat eine, oder zumindest mal eine gehabt. Was man aus dem Modell machen kann, nur unter Zuhilfenahme eines Pinsels mit roter Farbe, das zeigt dieses Bild. Eigentlich gehört der DB-Keks nicht an diese Lok, weil die DB einfach nie eine 89 im Bestand hatte. Eine Schummelei seit 1972.


Michael Bahls hat mit der 89.70, der ehemaligen preussischen T3 ein wirklich schnuckliges Maschinchen im Programm. Die Hoffnung, mal eine motorisierte Lok dieses weitverbreiteten Typs in 1:220 zu bekommen stirbt nie. Statt des werksseitigen Drahthakens habe ich eine Märklinkupplung hinten montiert um die Lok besser kuppeln zu können. Für den Einsatz braucht man einen Geisterwagen.

Die 98 307 von Z-Modellbau zeigte schon 2009, was in Punkto Miniaturantrieb möglich ist. Leider Hat Andreas seine Produktion von feinen, aber dennoch betriebstauglichen Kleinloks seit einigen Jahren eingestellt – wirklich schade…

Die superfeine SBB C 5/6 von Bahls Modelleisenbahnen ist ein äusserst seltenes Modell, welches die Grenze des Machbaren auslotet. Das kompakte Fahrwerk erfordert enge Toleranzen und niedrige Spurkränze. Anders ist diese Lokomotive nicht stimmig darstellbar. Das Fahrwerk benötigt für zuverlässigen Betrieb saubere Gleisverlegung und nicht zu enge Gleisbögen. Auf der Julierbahn gibt es einige Stellen, welche das wunderschöne Modell nicht ohne Schwierigkeiten befährt. Nicht zuletzt deswegen habe ich für mich auf dieses Modell verzichtet.

Die SNCF 232TC ist meine erste französiche Dampflok und eigentlich „nur“ eine umlackierte DB 78er. „Nur“ bedeutet aber gar keinen Verzicht. Das schon immer gut laufende Fahrwerk der 78er profitiert vom neuen Glockenankermotor und auch die Detailsteuerung fügt sich gut ins Bild ein. Die Lok macht definitiv Spass und Lust auf ein Stück Frankreich…