Bei kaum einem Z-Modell störte die nicht vorhandene Inneneinrichtung derart, wie bei den ansonsten sehr gelungenen SBB Panoramawagen des Typs Apm. Wo bei Vorbild eine gediegene Einrichtung auf die Fahrgäste wartet, bietet das Modell nur einen leeren "Laderaum". Die grossen Fenster bieten leider einen allzu guten Einblick auf die gähnende Leere im Wageninneren- es gilt also, Abhilfe zu schaffen...

Dank Thorsten Loth von Modelplant werden neuerdings auch Z-Modelle fahrgasttauglich. Seine Inneneinrichtungen sind modellspezifisch und passen sehr exakt in die Wagen. Gerade der SBB-Panoramawagen hatte bei ihm hohe Priorität aufgrund der oben angesprochenen Eigenheiten.
 

Im Lieferzustand sind die Einrichtugen elfenbeinfarbig. Mit einer mittelgrauen Lackierung kommt man dem Vorbild recht nahe. Die Kopfstützen habe ich mit der richtigen Farbe hervorgehoben, was das Erscheinungsbild noch etwas auflockert.
 

In der Nahaufnahme zeigt sich die Qualität der 3D-Drucktechnik. Mit Spritzgusstechnik liesse sich einiges noch konturenschärfer realisieren, aber bezahlbar wäre diese Form keinesfalls. Die gewisse Rauheit an manchen Stellen ist in eingebautem Zustand nicht wahrnehmbar. Und die Passagiere sitzen bequem ;-)
 

Aufmerksame werden schon auf dem zweiten Bild die Kabel gesehen haben. Wenn man sich schon die Mühe macht und Wagen einrichtet und Preiserlein hineinsetzt, dann soll man sie doch auch gut sehen können. Also braucht man eine Wagenbeleuchtung.
 

Der Panoramawagen stellt einerseits einige Anforderungen an eine Beleuchtung, bietet aber auch ausreichend Platz für technische Einrichtungen unter dem Kabinenboden. Der schmale Dachbereich mit den weit nach oben ragenden Fenstern erfordert eine möglichst flache Ausführung der Beleuchtung, damit die "Lampen" nicht zu weit nach unten ragen. Weiterhin wurden die LED hinter die Fenstersäulen gesetzt um sie noch weiter zu tarnen. Schaltungstechnisch ist die Beleuchtung sehr einfach gehalten. Ein Brückengleichrichter im Wagenboden sorgt für die richtige Polarität. Nachgeschaltet ein 1 kOhm SMD-Widerstand und zehn weisse 0603er LED. Fertig.
 

Passmann-Achsschleifer sorgen für die Stromaufnahme in den Drehgestellen.
 

Die Basis der Beleuchtung bildet ein 2.5 mm breiter und nur 0.1 mm dicker Streifen elastischen Platinenmaterials. Die LED wurden einzeln auf zuvor ausgemessene Markierungen gelötet, so konnten die richtigen Abstände eingehalten werden. Dabei musste auch noch auf die richtige Polung aller LED geachtet werden. Insgesamt ist das manuelle Löten der SMD-Bauteile nichts für unruhige Gemüter und schlechte Augen. Die Miniclub-Kupplung zeigt, in welchem Grössenbereich man sich hier bewegt.
 

Die gewiss nicht klobige Passmann-Beleuchtung zeigt, warum eine andere Lösung gefunden werden musste: Die normale Platine, zusammen mit den grösseren LED und die Breite liessen einen Einbau im Apm nicht zu. Dazu kommt noch die Elektronik der Beleuchtung, die bei Passmann auf dem Wagenboden montiert wird und sich daher nicht mit der Inneneinrichtung kombinieren lässt. Bemerkenswert ist übrigens auch die Microlitze, die eine flexible Stromübertragung ins Dach ermöglicht. Platine, LED und Litze stammen allesamt vom eBay-Verkäufer Ledbaron. Für den Gleichrichter musste eine Hufing-Tronic Innenbeleuchtung ihre Stromversorgung überlassen. Sämtliche Bauteile incl. Widerstand und einem zugekauften Brückengleichrichter kosten zusammen weniger als drei Euro und sind damit eine aufwändige, aber günstige Lösung.
 

Die Wirkung eines beleuchteten, eingerichteten und mit Figuren besetzten Panoramawagens ist die Mühe wert. Hier liegen 10 V Digitalspannung an. Eine gleichbleibende Helligkeit ist aber auch ab ca. 4 V Gleichspannung möglich. Trotz der überaus einfachen Schaltung ist die Beleuchtung also universell. Versuche mit einem Goldcap habe ich noch nicht gemacht, da ich die Stromversorgung des Wagens, bzw. des Zuges auf eine sichere und elegante Art lösen möchte.