Die elektrischen Einheitsloks der Baureihen E 10, 40, 41 und 50 prägten in meiner Kindheit meine Bahnerlebnisse. Wenn wir mit einem Schnellzug auf Reisen gingen, war meist die 110 das Zugpferd, aber auch von den anderen Baureihen gab es in Kassel Hbf immer viele zu sehen. Das 50jährige Betriebsjubileum nehme ich zum Anlass, die E 40 auf meine Art zu würdigen - stellvertretend für ihre Schwesterbaureihen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Frühjahr 1957 ging die E 40 005 als erste ihrer Gattung in Betrieb. Die Loks der ersten Serien hatten einfache Stirnlampen, eine umlaufende Regenrinne, waagerechte Lüfterlamellen mit abgerundeten Gittern. Während der Bauzeit bis 1973 erfuhren die Loks zahlreiche Änderungen und Umlackierungen.Mit 848 Maschinen ist die E 40 eine der meistgebauten Lokomotiven der DB, entsprechend vielfältig ist auch ihr Erscheinungsbild im Laufe der Jahre. Allen gemeinsam ist die Stundenleistung von 3700 kW, die Höchstgeschwindigkeit wurde von anfänglich 100 auf 110 km/h heraufgesetzt. Züge von 2100 t konnten in der Ebene mit 90 km/h befördert werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

140 573 entspricht äusserlich dem Z-Modell von Märklin. Die Lok hat weder die umlaufende Griffstange am Führerstand, noch die zugehörigen Trittbretter. Dafür aber die eckigen Düsengitter, die bereits ab der Nummer 163 eingebaut wurden. Auf das SBB-Netz durften die E 40 regulär nie. Es gab aber immer wieder Begegnungen mit den Schweizer Klassikern, die die grundsätzlich andere Auffassung vom Lokomotivbau deutlich machten. Hier im Basler Rangierbahnhof mit einer Ae 6/6. Informationen, wie Fotos stammen aus der EJ-Sonderausgabe IV/99, die mit Ausnahme der E 10 alle Einheits-E-Loks behandelt. Wer mehr über diese typischen DB- Lokomotiven erfahren will, dem sei dieses Werk ans Herz gelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun hat auch eine 140 im Z-Massstab via Auktion zu mir gefunden. Eine normale 110 besass ich schon länger, die gelungene Bügelfalten-E 10 kam 2006 dazu. Sehr gelungen sind die Proportionen des Modells - Fahrwerk und Aufbau sind annähernd masstäblich verkleinert. Das Gehäuse und die Drehgestelle sind gut detailliert. Das Chassis wurde übrigens für viele weitere Modelle verwendet und war dann immer falsch. An manchen Loks fällt das kaum auf, andere Modelle wirken doch eher ungewöhnlich. Verbesserungsbedürftig erscheinen mir die glanzlosen Lampen, die Dachausrüstung incl. Pantografen und einige Gehäusedetails ohne Bedruckung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Lokfront ist gesupert. Endlich kam mal der ganze Zurüstsatz von Heckl zur Anwendung. Vier Bremsschläuche, Heizkabel, Schraubenkupplung anstatt der dicken Modellkupplung, das sieht doch schon ganz anders aus. Da ich am Drehgestell die Kupplungsaufnahme kurzerhand abgeschnitten habe, wird hier auch nie wieder eine montiert werden. Die Griffstangen bekamen etwas silber, die Griffe der Sandkästen sollten eigentlich rot sein und nicht der halbe Sandkasten. Aber ehrlich - ich habe die Griffe effektiv nicht gesehen, erst die Kamera deckte auf, dass sie nachgebildet wurden...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was neben den Details ein stark verbessertes Aussehen ergibt sind eindeutig die Lampen. Diese "Augen" prägen das Gesicht jedes Fahrzeugs, so auch das der Einheits-E-Loks. Diese haben, je nach Baujahr, grosse einfache oder kleinere Doppellampen. Allen gemeinsam ist der metallene Lampenring um die Gläser und dieser wurde bei den Modellen der 110 und 140 nicht nachgebildet. Es kostete mich einiges an Überwindung, an dieser elementaren Stelle den Bohrer anzusetzen. Das Ergebnis hat meine Mühe allerdings belohnt, wie ich finde. Die rot aufgemalten "Pickel" habe ich mit dem Skalpell entfernt und dann 0.6 mm Löcher gebohrt. Diese wurden mit einem Fräser noch etwas aufgeweitet. Bei den unteren Lampen und dem oberen Spitzenlicht musste nur der Lichtleiter entfernt werden. Mit einem dünnen Draht wurden die Lampenringe gemalt. Ich habe den Draht in silbernem Lack getaucht und dann in die Bohrungen gesteckt und in kreisenden Bewegungen wieder herausgezogen. Das hat nicht beim ersten Versuch geklappt, erwies sich aber als die einzige Möglichkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beim Anblick der 110 226 dürfte jedem klar sein, was ich mit glanzlosen Lampen meine. Die E 10 345 zeigt, wie es aussehen soll. Da wirken dann sogar die roten Lampenpickel erträglich. Apropos Lampenpickel bei der 140, da fehlt ja bei der Beschreibung noch was... Ich habe die Bohrlöcher dann mit roter Farbe ausgefüllt. Noch dünnerer Draht, noch ruhigere Hände waren nötig, klar. Zum Schluss, nachdem die Farbe trocken war, wurden die Löcher mit Cristal Clear gefüllt was die Lampengläser einigermassen nachbildet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Aushängeschild eines gut detaillierten Elektrolokmodells ist die Dachausrüstung. Märklin hat diese sehr komplett und formrichtig nachgebildet. Die Pantografen sind natürlich die schwarzen...die kennen wir. Leitungen und Isolatoren sind eine Einheit und folglich auch in einer Farbe, nämlich rot. Also wurden sämtliche Isolatoren braun gestrichen und die Leitungen bekamen nochmals einen roten Überzug.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da wo der rote Pfeil hinzeigt gähnte ein tiefes Loch. Hier sass der "Hauptschalter", die Umschaltung von Ober- zu Unterleitung. Die Stelle ist katastrophal für Ästheten und für die, die das Loch verschliessen wollen. Mit Klebeband habe ich versucht, der Form der Dachhaube zu folgen. Kunststoffspachtel füllte die Lücke dann von innen aus. Das Ergebnis ist nicht toll, aus normalem Abstand fällt es aber nicht auf - im Gegensatz zum Loch...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus den robusten Einheitspantografen lässt sich was machen. Es braucht dafür folgendes: Lötzinn, Lötkolben (je kleiner, je besser), Lötwasser, Draht 0.3 mm eine dritte Hand, Pinsel und rote Farbe. Lange wusste ich nicht, dass die Pantos lötbar sind. Geklebte Querstreben lösten sich meist schnell. Gelötete halten bombenfest. Ich habe die Streben an einer Seite angelötet, dann am anderen Ende passend abgelängt und auch hier verlötet. Zum Schluss rote Farbe über alles, ausser den Schleifstücken und der Panto sieht ganz anders aus. Ich werde noch die Befestigungsplatte mit silbernem Lack kaschieren. Auch erst auf diesem Bild ist mir die magere Nachbildung der Lokpfeife aufgefallen. Hier könnte ein Messingteil Abhilfe schaffen. Es gibt also noch was zu tun an der E 40...