Die gesuperte Baureihe 111


Auslöser für die Beschäftigung mit der BR 111 im Vorbild und als Modell war eine ältere Fotografie aus der Verwandschaft. Der Schnellzug durcheilt anfangs der 80er Jahre die Elmer Kurve der Strecke Fulda - Würzburg. Sowohl den Zug, als auch die Landschaft finde ich überaus stimmungsvoll. Auch weil ich an diesen Ort viele angenehme Kindheitserinnerungen habe und die vorbeifahrenden Züge bestaunen konnte... Mit Z-Modellen lässt sich dieser bunte Zug beinahe vorbildentsprechend nachbilden. ;-)

 


Von 1974 bis 1984 stellte die DB 227 Loks der Baureihe 111 in Dienst. Als Nachfolgerin der BR 110 unterschied sie sich von dieser vor allem durch verbesserte Drehgestelle, einen modernen Führerstand und einen neuen Aufbau. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und einer Stundenleistung von 3700 kW eignete sich die Lok, wie die 110 auch für den schnellen Reisezugverkehr. Seit den späten 90er Jahren kommen die Loks allerdings regulär nur noch im Regionalverkehr zum Einsatz. Güterzüge gehören nicht zum Einsatzgebiet der 111, Ausnahmen bestätigen die Regel. Hingegen mussten die 111er oft schwerste Intercity- und Schnellzüge für schadhafte 103er ziehen.

 


Offenbar hat die abgebügelte 103er einen Defekt. So bekommt die 111 104-6 die Ehre, den Ferienexpress mitsamt der sechsachsigen Schnellfahrlok zu befördern.

 


Zum täglichen Brot gehören in den Achtzigern Eil- und Schnellzüge, hier mit farblich passenden Mitteleinstiegswagen.

 


Meine 111 043-6 dürfte nur wenige Jahre nach ihrem grossen Vorbild produziert worden sein. Es ist das erste Mal überhaupt, dass ich eine E-Lok mit mattsilbernen Scherenpantografen in den Fuhrpark bekam. Also ein echter Oldi, der aber in recht gutem Zustand aus der Bucht gefischt werden konnte.

 


Das Gehäuse ist recht sauber bedruckt und gibt das Vorbild sehr gut wieder. Auch die Drehgestelle sind richtig - bei späteren Modellen war die Wiedergabe solcher Details oftmals keine Selbstverständlichkeit mehr. Auffallend bei den grossen Seitenfenstern ist der Blick in den "Maschinenraum" mit der braunen Platine. Also machen wir uns mal ans Werk...

 


Die gesuperte Lok mit verschiedenen Anpassungen: Die zu kurzen Puffer wurden gegen grössenrichtige getauscht. Im gleichen Zug erhielt die Pufferbohle einen dunkelgrauen Anstrich. Die Lampenringe wurden silbern abgesetzt, während der Malaktion wurden die Lichtleitkörper herausgenommen. Der Metalleinsatz, der der Führerstand nachbilden soll, wurde grau lackiert.

 


Ein Foto des Vorbild-Maschinenraumes wurde im Grafikprogramm angepasst, mit der Länge von 18 mm und in feinster Auflösung gedruckt. Befestigt wurde der Ausdruck an der Platine, so dass sich zum Fenster ein Abstand ergibt, der eine gewisse Räumlichkeit vortäuscht. Drehgestellblenden und Chassis wurden mit einem Hauch Mattgrau gespritzt. Die matte Farbe lässt die äusserst plastisch ausgeführten Drehgestelle erst richtig wirken, man vergleiche mit den oberen Bildern.

 


Der Dachausrüstung musste natürlich auch eine Überarbeitung verpasst werden. So sind die Isolatoren jetzt braun, die Dachleitungen richtig rot, ebenso die Pantografen. Diese bekamen noch je eine Querstrebe an einer Ober- und Unterschere eingelötet. Der ehemals komplett braune Hauptschalter hat nun eine silberne Grundplatte und rote Gehäuseteile. Die Typhone wurden grau lackiert. Zum Schluss bekam das Dach einen ganz leichten Überzug mit grauer Farbe, wie er bei nicht mehr ganz neuen Loks zu sehen ist..

 


Eine stilreine Garnitur sieht auch im eher wenig beliebten Blau-Beige-Outfit schick aus. Noch schicker wäre der Vorbildzug aus dem ersten Bild...

Zum Download: Der Maschinenraum