Die Qualitäten des VT 601 "Saphir"


Der VT 601 im Betrieb - etwas "Nachhilfe" brauchte er dafür...

Im Juli 2007 traf das neue TEE "Saphir" Modell bei mir ein. Nachdem die vorangegangenen Serien dieses formschönen Modells bereits technisch überarbeitet wurden, erwartete ich ein Spitzenprodukt mit guten Laufeigenschaften. Tatsächlich ist der Zug ein schönes Modell geworden, die Bedruckung und Lackierung kann man nicht besser machen, die Form war ja schon bisher bestens gelungen. Die Wagenabstände sind recht kurz, so dass der Zug als geschlossene Einheit wirkt. Leider wurde das Modell mit einigen Fehlern/Mängeln/Basteleien ausgeliefert, die sich teilweise sofort, teilweise erst nach Fahrversuchen und Gehäuseöffnung zeigten:
1. Anschluss der Beleuchtung auf der Platine. Die bestehenden Leiterbahnen wurden in Handarbeit nachträglich durchtrennt und mit Drähten überbrückt. Hier lag offensichtlich eine Verpolung der Beleuchtung vor.
2. Die Nachbildungen der Scharfenberg-Kupplungsabdeckung an den Triebköpfen waren verkehrt herum montiert.
3. Rauher Lauf eines Triebkopfes in Rückwärtsfahrt mit enormen Vibrationen - die Schnecke berührte das Wellenlager (die kleinen Kunststoffteile an der Antriebswelle).
4. Schlechter Kontakt eines Triebkopfs - das am Chassis aufgenietete Schleiferblech des inneren Drehgestells, welches die Masse weiterleitet, hatte keinen Kontakt zum Chassis.
5. Allgemeine Probleme mit der Stromaufnahme - meiner Meinung nach müssen alle brünierten Räder vor dem Fahren erstmal gründlich geputzt werden. Dies wohl gilt für alle Neuauslieferungen.
6. Enorme Mengen von Öl zwischen Chassis und Kunststoffinnenteil, im Drehgestell, um den Motor herum. Und die Bedienungsanleitung schreibt: " Nur sparsam ölen (max. 1 Tropfen). Zuviel Öl führt häufig zum Verschmieren der Kollektoren und damit zur Beschädigung des Ankers"
7. Federkontakte zu den Stirnbeleuchtungen locker, was Justieren nach Gehäuseöffnung erfordert.
8. Verbogene Drähte zum Entstör-Kondensator des Motors hatten zur Folge, dass die Kontaktdrähte der Platine nicht sehr straff anlagen.
Ich konnte den Zug inzwischen in Eigenregie nachbessern, so dass er nun meinen Erwartungen entspricht. Im Neuheitenprospekt wird der "Saphir" als Highlight bezeichnet. Bei einem Preis von 479,- Euro (nur zur Erinnerung ca. 950.- DM) darf man meiner Meinung nach wirklich Qualität ohne Bastelarbeit oder Nachbesserung im Werk erwarten. So habe ich denn auch einen Verantwortlichen aus dem Hause Märklin mit meinen Erfahrungen konfrontiert. Sein Einverständnis vorausgesetzt, werde ich über die Reaktion und die weiteren Schritte berichten.

 

 

 

 

 

 

 

Die Mängel sind hier schon behoben. Der Kondensator hat nun geradegebogene Anschlussdrähte und die Kontaktdrähte liegen straff an. (grüner Pfeil). Die Kontaktlaschen zur Beleuchtung sind fixiert (gelber Pfeil). Es stört die Funktion eigentlich nicht, wirkt aber arg gebastelt. Die Rede ist von den aufgelöteteten Drähten, die die Beleuchtung mit der richtigen Polung versorgen. Hier kam die Minitrennscheibe zum Einsatz um die Leiterbahnen zu durchtrennen (roter Pfeil). Ob Mercedes Benz auch falsche Verkabelungen mit Lüsterklemmen richtigstellt? Auf dem Bild sind auch Lötstellen von mir, die sehen noch schlimmer aus. Ich habe die Dioden herausgelötet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Triebkopf 2 lief in Rückwärtsfahrt wie eine Kaffeemühle. Kein Vibrationalarm eines Handys produziert solche Erschütterungen. Die Schnecke berührte das Kunststofflager, was die gesamte Konstruktion zu Schwingungen anregte. Nun habe ich wenige Zehntel der Schnecke weggeschliffen und Ruhe war fortan.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Keinen Kontakt zum Chassis stellte das aufgenietete Blech and der Innenseite eines Drehgestells her. Resultat war eine üble Stromaufnahme des Triebkopfs 2. Erst der Durchgangsmesser zeigte den Fehler. Mit einer Messerklinge etwas unter dem Blech herumgehebelt, und es funktionierte. Hoffentlich dauerhaft...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einziger äusserer Kritikpunkt waren die verdrehten Scharfenberg-Kupplungen. Geliefert wurde der 601 so wie hier zu sehen und damit falsch. Aber das ist ja ein wirklich geringfügiges Detail...