Aus 41 220 wird 41 363

Die Deutsche Bundesbahn übernahm nach Ende des 2. Weltkrieges 216 von ehemals 366 Loks der Baureihe 41. Da sich Ermüdungserscheinungen beim Kessel zeigten, wurden ab 1957 in 102 Maschinen neue Hochleistungskessel eingebaut. Diese unterscheiden sich äusserlich besonders durch das Fehlen des Sand- und des Speisedoms vom ursprünglichen Kessel. Insgesamt 40 Loks wurden ab 1958 mit einer Ölhauptfeuerung versehen. Dafür wurde beim Tender ein Ölbehälter in den Kohlekasten eingesetzt und Betankungseinrichtungen angebaut. Die Leistung stieg damit auf bis zu 2100 PSi, die 41 mit Altbaukessel hatte dagegen maximal 1900PSi. Die ölgefeuerten Loks wurden 1968 zur Baureihe 042 umbennant, die kohlegefeuerten bekamen die Nummer 041 zugeteilt. Letzter planmässiger Einsatztag der 042 war der 23 Oktober 1977. Heute sind noch 13 ölgefeuerte Loks als Museums- und Denkmallokomotiven erhalten.




41 363 auf der Fahrt nach Blumendorf

 


Unter der Nummer 8827 seit vielen Jahren im Programm von Märklin:
Die Dampflokomotive der Baureihe 41.
Hier das Modell, wie es aus der Packung kommt.



Der umfangreichste Lokumbau, seit ich das Hobby betreibe: Die 41 mit Neubaukessel und Ölfeuerung. Manches fällt sofort auf, manches erst auf den zweiten Blick. Der Tender hat noch Kohle geladen, er kommt als nächstes dran.



Auch an der Lokfront gab es viel zu tun.



Das Fahrwerk wurde durch eine Detailsteuerung von Bahls verfeinert. Auch die Kuppelstangen und die Treibstangen stammen von ihm...
Radschleifer und Getriebedeckel wurden rot lackiert um den Barrenrahmen wenigstens anzudeuten.


Von Bahls ist auch die Feuerbüchse, das komplette Nachlaufgestell mit Bremsen,
die Nachbildung des Lokrahmens und der DB-Keks. Die Beschriftung ist selbstgedruckt.
Der Tender hängt nun an einer separaten Deichsel und lässt sich kurzkuppeln.



Am Märklin-Modell fallen besonders die klobigen Wagner-Windleitbleche
und die dürftige Farbgebung auf - 30-jähriger Miniclub-Standard.
Auch die Pufferbohle bedarf, wie die Puffer selbst, der eingehenden Verbesserung.



Das alte Lokschild wurde inklusive Rauchkammer-Zenralverschluss weggefräst.
Die neue Nummer wurde mittig aufgelebt. Die Puffer wurden entfernt und durch
grössenrichtige von Bahls ersetzt. Die gesamte Frontschürze wurde weggefräst,
ein neuer Umlauf aus Polystyrol geschnitten, neue Laternen aus schwarzem Kabel
angebracht. Schienenräumer und Kupplungshaken von Bahls, sowie die bekannten
Bremsschläuche von Heckl sorgen für Filigranität. Die Windleitbleche sind inkl.
Halterungen komplett selbstgemacht. Zwischen Windleitblech und Kessel sind noch
die Einströmrohre aus Polystyrolprofil zu sehen.
Das Vorlaufgestell wurde in passendem Rot lackiert.




Zur Abwechslung wieder mal das Grundmodell: Die Detailierung und Farbgebung erinnert an die H0-Modelle aus den 70er Jahren. Schön sind die gelungenen Proportionen der Lok.



Auf diesem Bild sieht man gut die hintere Rahmennachbildung mit der Führerhausabstützung. Man sieht auch, dass die Lok noch nicht fertig ist. Die Stützen für den vorderen Umlauf fehlen ebenso noch, wie die Sandkästen am Umlauf und die Bremsen zwischen den Treibachsen.



Die Ansicht von oben macht es deutlich, die Lok wurde zweier Dome beraubt, auch hier kam der Fräser zum Einsatz. Die Sandfallleitungen wurden, so gut es ging, weggeschliffen.



Was ein durchschnittlicher Tintenstrahler leistet, ist durchaus für Z brauchbar.
Die Nummerntafel ist kaum einen Millimeter hoch...
Die Windleitbleche bestehen aus bedruckbarer Kunststofffolie.
In einem Grafikprogramm wurden sie kreiert, dann ausgedruckt, ausgeschnitten,
leicht gebogen und mit passenden Halterungen angebracht.
Ich bin froh, dass ich nicht die Märklin-Ersatzteile bestellt habe...



Ohne den passenden Tender ist eine ölgefeuerte Lok undenkbar. Der serienmässige Kohletender wurde deshalb umgebaut - wie beim Original auch. Im gleichen Zuge wurde gealtert und verfeinert.



Die Rückseite mit den Ölleitungen, durchbrochenen Aufstiegen und der Loknummer. Natürlich kommt die M-Kupplung noch dran!




Jaaaa, ich weiss, die Kabel sehen schrecklich aus, sie werden noch verstaut! Der Ölaufsatz besteht aus 1 mm Polystyrol welches an den Seiten rundgefeilt wurde. Die Entlüftungen sind aus Scheiben von Lötzinn, das Riffelblech um die Bunkerklappe ist zwar eigentlich für feine H0-Modelle gedacht, passt aber auch für diesen Zweck. Das Gestänge und die Ölleitungen an der Rückseite sind aus Messingdraht.



Zum Vergleich der Kohletender. Schade, dass M hier auf die rückseitige Loknummer verzichtet! Schade auch, dass man um die fette Kupplung kaum herum kommt...
Ausserdem sieht man, dass meine Vitrine nicht staubdicht ist ;-)




Noch ein Vergleich der Seitenansicht. Wie ich finde, auch ein klares Argument für lackierte Tenderfahrwerke!