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Der Vergleich der neuen Baureihe 80 mit der umgemodelten 89er zeigt deutlich den Fortschritt. Das Modell ist bestens detailliert, stimmig in den Proportionen und mit aktueller Antriebstechnik versehen. Einzig kleine Details fehlen zum perfekten Modell: Die Lampen vertragen eine Nachbildung der weissen Reflektoren, die Aufstiegleiter darf durchbrochen sein und der Führerstand ist zu sehr verglast. Machen wir uns ans Werk...

 

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Zuerst musste das Gehäuse runter, was dank einer Schraube unter dem Führerstand recht einfach geht. Lichtleitkörper aus dem Gehäuse vorsichtig rausdrücken und weiss auslegen. Vorne ist das mit mehr Aufwand verbunden: Pufferbohle, Lampen und Zylinder sind eine aufgerastete Einheit in der auch noch die Steuerung steckt. Schlussendlich lässt sich das Teil schräg nach vorne oben abziehen. Lampen ausmalen und nach dem Trocknen wieder einfädeln und aufklipsen, was nicht ganz einfach ist.

 

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Hier kurz vor dem Ausrasten, ähhh Aufrasten ;-). Die Steuerung einfädeln ist aber dank deren erstaunlicher Robustheit kein Problem. Eine Hand mehr wäre aber hilfreich gewesen...

 

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Da sass ich dann vor dem offenen Modell und dachte "Da ist doch Platz für eine Nachbildung des Führerstands!?". Serienmässig ist ein Blech über dem Hohlraum montiert, das gerade so unter der Fensterkante endet. Die Schnecke kann ich auch selbst etwas platzsparender abdecken. Also schwarzes Polystyrol genommen und ein Gehäuse für die Schnecke gemacht. Und dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf...

 

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Nach vorne kann man, wenn man schon mal dabei ist, ja auch noch den Stehkessel nachbilden. Das Material, übrigens eigentlich die Lichtblende aus einem Lütke-Bausatz, lässt sich gut bearbeiten und biegen.

 

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Es gibt ja noch eine Baustelle: Die Leitern am Gehäuse. Der Messingguss hat eine ordentliche Härte, was das Bearbeiten nicht erleichtert. Also zuerst mal vorsichtig Bohrungen gemacht, durch die meine feinsten Metallsägeblätter passen. Und dann hiess es sägen und feilen, sägen und feilen, s...  Stunden später, jedenfalls gefühlt war das Resultat eine richtige Leiter und nicht nur eine angedeutete.

 

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Weiter oben hatte ich ja was von Wahnsinn geschrieben... Natürlich kann man ja so einen Stehkessel nicht einfach leer lassen und irgendwer muss ja die Lok auch steuern ;-). Also wurde der Fussboden noch etwas nach hinten erweitert. Die Schraubhülse für die originale Abdeckung wurde aus dem Gehäuse gefräst und im Scheuer & Strüver-Ätzbogen "Kleinteile 1:250" (der ist für Kartonschiffe gedacht) fanden sich passende Handräder und Stellstangen. Instrumente wurden aus "Scheiben" schwarzer Litze erstellt, die einen weissen Farbtupfer bekamen. ( Jaaa, ich weiss, es fehlen einige) Sogar die Füllstandsschaugläser des Kessels wurden nachgebildet. Bahnpersonal von Preiser schiebt nach Amputation der Unterschenkel jetzt seinen Dienst auf der Lok. Aber was sieht man denn nach Aufsetzen des Gehäuse von dem Aufwand?

 

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Der erste Versuch: Mann, ist der Lokführer ein langer Lulatsch, er verlor später auch noch die Kniegelenke...

 

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Der Heizer bei der Arbeit: Er ist hier schon auf die richtige Grösse gebracht. Die Wirkung des durchbrochenen Aufstiegs ist zu erahnen. Es kommt halt dahinter schnell wieder das Chassis... Der Führerstand hat jetzt richtigerweise nur das vordere Seitenfenster verglast, was den Ein- und Durchblick deutlich verbessert.

 

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Ein letztes Stimmungsbild zeigt die Wirkung der weiss ausgelegten Lampen. Die Lok hat jetzt ein "Gesicht" und dreht zufrieden ihre Runden.

Fürs erste war es das - meine 80er gefällt mir jetzt jedenfalls richtig gut und das ist neben dem Bastelspass die Hauptsache. Im Anlagenbetrieb sieht man vom Führerstand wenig, aber zu wissen, dass sich da noch was verbirgt ist auch ein nettes Gefühl :-)