Hauptuntersuchung bei der 41: Intervall ca. alle 20 Betriebsstunden oder 1 mal im Jahr, bei staubiger Umgebung oder intensiver Belastung auch öfter. Verschiedene Pinzetten und Schraubenzieher, sowie Leichtlauföl werden benötigt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Gehäuseschraube nimmt man einen möglichst breiten Schraubenzieher um unschöne Verletzungen der Schlitzschraube zu vermeiden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abmontierte Einzelteile liegen sicher in einer flachen Kunsstoffbox. Eine halbwegs saubere und aufgeräumte Arbeitsfläche versteht sich von selbst.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bürstenkontrolle: Mit einer feinen Pinzette die Spannfeder nach innen ziehen. Die Bürste fällt dann nach unten aus dem Motor raus.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontrolle des Kollektors und der Kohlen: Die Spalte im Kollektor sollten unbedingt frei von Kohleabrieb sein. Besonders anfällig sind die neuen 5-Pol Motoren durch die feineren Spalte. Bei Verschmutzung mit Pinsel und Waschbenzin reinigen und dann ausblasen. Der Kollektor muss nicht kupferblank sein, darf aber auch nicht verölt sein. Auch die Bürsten sollten sauber sein und noch mehr als 1 mm Kohlenstärke aufweisen. Ansonsten mit Waschbenzin und einem Stoffstreifen putzen, bzw. ersetzen. So wie auf dem Bild ist der Zustand in Ordnung.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf das Motorlager gehört ein kleiner Tropfen Öl.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleichfalls auf die Ritzel in Motornähe. Bitte nur ein kleiner Tropfen!


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Als nächstes werden die Radschleifer hinter den Rädern auf Sauberkeit geprüft. Meist liegt hier die Ursache für schlechten Kontakt. Fusseln und anderen Schmutz beseitigt man leicht mit einem Pinsel, etwas Waschbenzin kann auch hier nicht schaden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Staubfalle erster Güte sind sämtliche Achsen der Lok. Besonders die Treibachsen erweisen sich als besonders sammelfreudig, was wahrscheinlich auf das Konto des Getriebeöls geht. Mit einer feinen, geriffelten Pinzette bekommt man die Fusseln am leichtesten heraus.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Genauso Vor- und Nachlaufachsen, sie sind etwas besser zugänglich. Die Räder sollten im Fahrbetrieb leicht mitlaufen, ohne zu blockieren. Schmierung ist eigentlich nicht nötig und fördert eher die Verschmutzung, als die Leichtgängigkeit..


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es wird heikel: In Z-Kreisen wird das Getriebe der mehr als dreiachsigen Dampfloks auch gerne als Büchse der Pandora bezeichnet, in der Tat lauert hier einiges Unheil. Deshalb zuerst mal für sichere Lage der Lok sorgen - ein Klumpen Knetmasse (Idee von Manfred Jörger) wirkt hier Wunder und hinterlässt keine Spuren. Dann werden die Schrauben vorsichtig gelöst.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor den Lösen der zweiten Schraube sollte man den Getriebedeckel fixieren. Wenn beide Schrauben locker sind, nimmt man den Deckel vorsichtig ab. Auch Vor- und Nachlaufgestell sind nun locker und fallen evtl. aus den Halterungen. Die Räder und Zahnräder sollten unverändert in ihren Lagern bleiben! Der Wiederzusammenbau eines Lokantriebs ist eine sehr aufwendige Arbeit, für die es einige Erfahrung und Geduld braucht. Es würde diese Anleitung sprengen und der Ausbau ist normalerweise auch nicht nötig. Sollte trotzdem ein Teil herausfallen, gibt es von Kai Wüstermann eine sehr gute Beschreibung des Zusammenbaus..


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Getriebe liegt nun frei und sollte möglichst nicht berührt werden. Falls die Zahnräder auch nur einigermassen sauber sind und keine verharzten Ablagerungen aufweisen, ist ein Tropfen Öl auf eines der mittleren Zahräder alles, was das Getriebe braucht. Vom Ölen jeder Achse von aussen, so wie es in den Originalanleitungen steht, halte ich nicht nichts. So wird leicht zu viel geölt und auch nicht da, wo es gebraucht wird - man erntet eine überölte, schnell verschmutzende Lok.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem Aufsetzen des Getriebedeckels steckt man die Schrauben vorteilhafterweise in die Löcher. Mit zwei Händen ist der Aufsetzvorgang gerade noch so zu bewältigen. Mit dem Einsetzen der Vor- und Nachlaufachsen sollte der Deckel in etwa synchron aufgesetzt werden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor dem Festziehen der Schrauben sollte noch die Leichtgängigkeit der Vor- und Nachläufer getestet werden, sie müssen richtig in ihren Halterungen sitzen. Bitte die Schrauben nicht mit Brachialgewalt anziehen! Es besteht die Gefahr, dass sich sonst der Getriebedeckel verzieht.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun wird die Lok wieder in ihre vorgesehene Lage gebracht und die Knetmasse entfernt - keine Rückstände...


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir hatten ja die Bürsten zum Kontrollieren entfernt, sie müssen natürlich auch wieder montiert werden. Vorzüglich eignet sich eine abgewinkelte Spitzpinzette für diesen Job. Man packt die Bürste an der oberen Einkerbung und steckt sie hinter der Halterung aus Metall in den Motor...


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...drückt sie zum Fixieren mit einem Finger gegen den Kollektor und packt mit der Pinzette die Spannfeder. Die Spannfeder wird über die Bürste gehoben und...


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...von innen losgelassen. Sie drückt dann in die Kerbe der Bürste und so die Kohle an den Kollektor. Der rote Pfeil zeigt die Metallhalterung.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Bürsten sollten ungefähr senkrecht mittig auf den Kollektor drücken, sie stellen sich während des Betriebs dann selbst optimal ein.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Normalerweise ist ein Glühlampenwechsel selten nötig, weil die volle Spannung selten genutzt wird. Sollte es doch mal Zeit für einen Wechsel sein, muss die defekte Birne nur aus der Halterung gezogen werden und eine Neue auf wird dem gleichen Weg hineingesteckt.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es folgt der Probelauf: Der Motor von Dampfloks sollte bei ca. 2 V anlaufen und gleichmässig drehen, Stromaufnahme ca. 80 - 120 mA. Beim Fünfpoler liegen die Werte allgemein etwas niedriger. Ein Messgerät ist nicht teuer und hilft enorm bei der Fehlersuche.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei voll aufgedrehtem Trafo braucht sie 130 mA ohne Glühbirne, ein guter Wert. Mehr als 200 mA lassen auf ein schwergängiges Getriebe oder einen sich anbahnenden Defekt schliessen. Bei mittlerer Spannung darf sich der Motor nach einiger Zeit leicht erwärmen. Heiss werden darf er nicht.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gehäuse drauf, Schraube rein und vorsichtig festziehen. Ab jetzt schnurrt sie wieder wie neu... Diese Anleitung beruht auf persönlichen Erfahrungen und zieht keine Schäden an den Lokomotiven nach sich. Trotzdem, alle Angaben ohne Gewähr...;-)